Nachwuchs-Workshop der Sektion III der DGGG: “Im Dschungel des Mixed Methods: Potenziale und Herausforderungen der Methodenkombination in der Alter(n)sforschung”

Als Mixed-Methods Research (MMR) wird die Kombination von qualitativen und quantitativen Verfahren sowie deren systematische Integration innerhalb von Forschungsvorhaben verstanden. MMR hat in den letzten Jahren in den Sozial- und Humanwissenschaften große Popularität erlangt. Blickt man jedoch auf die Wissenschaftsgeschichte zurück, so finden wir schon sehr frühe Forschungsarbeiten, etwa die Marienthalstudie zu den Auswirkungen von Langzeitarbeitslosigkeit (Zeisel, Jahoda & Lazarsfeld, 1933), die ein methodenkombinierendes Vorgehen zur Beantwortung komplexer Fragestellungen wählte.

Auch in der Alter(n)sforschung gewinnt die Kombination von Forschungsmethoden zur Analyse des multidimensionalen und in der Folge auch oftmals multidisziplinär zu untersuchenden Phänomens „Alter(n)“ an Bedeutung. Demografische Alterungsprozesse in all ihren Facetten, Komplexitäten und Wirkweisen zu verstehen, benötigt multiperspektivische Untersuchungsansätze, wie sie die MMR bieten kann. Diese bergen jedoch – insbesondere für Nachwuchswissenschaftler*innen – auch einige Herausforderungen, die zentral im Workshop behandelt werden sollen.

Bei Forschungsvorhaben, die mehrere Methoden kombinieren, bedarf es,

  • der Klarstellung, welche Fragestellung mit welchen Methoden beantwortet werden kann bzw. welche Methoden zur Beantwortung der eigenen Forschungsfrage geeignet sind.
  • einer breit aufgestellten Methodenkompetenz, bezogen auf die Planung, die Durchführung, die Aufbereitung und die Auswertung erhobener Daten.
  • einer Integration der aus den unterschiedlichen Forschungsstrategien gewonnenen Ergebnisse, die sich gegenseitig validieren, ergänzen, aber auch widersprechen können.
  • einer Publikationsstrategie bzw. dem Wissen darüber, wo Forschungsarbeiten mit MMR publizierbar sind.

Mit fachlichem Input der beiden Workshop-Leiterinnen werden Teilnehmende des Nachwuchsworkshops diese Herausforderungen diskutieren, aber auch neue Handlungsfelder erarbeiten. Um den Workshop möglichst konkret und nah an die bestehenden Herausforderungen auszurichten, möchten wir die Teilnehmer*innen einladen, eigene (Promotions-)Projekte mitzubringen. Anhand dieser ausgewählten Beispiele sollen dann Forschungsdesigns und methodische Herausforderungen exemplarisch besprochen werden. Eine Teilnahme ohne Vorstellung des eigenen (Promotions-)Vorhabens ist jedoch auch möglich. Nicht zuletzt soll es im Workshop auch darum gehen, sich auszutauschen, zu vernetzen und gemeinsame neue Ideen zu entwickeln.

Wann, wo, wie?: Der Workshop findet am Tag vor dem gemeinsamen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und der deutschen Gesellschaft für Geriatrie in Halle an der Saale (01.09.2020; 10:00-17:00 Uhr mit anschließendem Abendessen) statt. Die Teilnahme an der nachfolgenden Tagung ist nicht zwingend notwendig, aber es wäre natürlich die ideale Gelegenheit beides zu kombinieren. Organisiert und moderiert wird der Workshop von den Nachwuchswissenschaftler*innen Laura Naegele (laura.naegele@uni-vechta.de) und Anna Wanka (wanka@em.uni-frankfurt.de). Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos und zusätzlich wird allen Teilnehmenden die Gebühr für den anschließenden Jahreskongress erlassen.

Deadline für die Bewerbung zum Workshop ist der 05.04.2020.

Wer darf teilnehmen? Der Workshop richtet sich an vorrangig Promovierende und Mitglieder der Sektion III, jedoch können sich auch Masterstudierende, early PostDocs oder Mitglieder anderer Sektionen bewerben. Du solltest jedoch bereits Mitglied der DGGG (Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie) sein, oder es spätestens bis zum 01.09.2020 werden. Die Teilnahme setzt keine Vorkenntnisse in der Mixed-Methods Forschung voraus.

Für die Teilnahme schicke einfach eine E-Mail bis zum 05.04.2020 an wanka@em.uni-frankfurt.de, die Folgendes enthalten sollte: Euren Namen, Hochschule, Institut, Name der Erstbetreuung der Promotion, Stand der Promotion, Thema der Promotionsarbeit (max. 150 Wörter) und einem kurzen Motivationsschreiben, in dem ihr skizziert welche Fragen ihr in den Workshops mitbringen wollt, ob ihr bereits Erfahrungen mit Mixed-Methods gemacht habt (max. 150 Wörter) und ob ihr eine „aktive Besprechung“ eures (Promotions-)vorhabens wünscht.

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