Nachruf - Professor Dr. med. Erich Lang

Prof.Dr.med.Erich Lang 17.9.1935-27.6.2020

Herr Prof. Lang war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie und ihr Ehrenmitglied.

Er kam nach seinem Studium in Heidelberg und Würzburg und klinischen Ausbildung an die Med. Universitätsklinik Erlangen zu Prof. Carl Korth, wo er wissenschaftlich intensiv arbeitete. Diese Zeit prägte ihn als Mediziner: die Bedeutung der Prävention und der Präklinik, die Entwicklung eines modernen medizinischen Versorgungssytems in Form der Poliklinik, die Herzkreislaufforschung mit dem Gefäßsystem. Auch erkannte er – der Internist und Kardiologe – schon damals die zukünftige demographische Entwicklung sowie die Bedeutung der Alterungsprozesse der Blutgefäße, so dass er sich bald zusätzlich mit gerontologischen Fragestellungen beschäftige. 1970 habilitierte er sich. Er war Facharzt für Innere Medizin, Kardiologe, Sportmediziner und Geriater.

Nach der Emeritierung seines Chefs und Lehrers wurde Herr Prof. Lang 1971 dessen Nachfolger an der Medizinischen Klinik des Waldkrankenhaus St.Marien in Erlangen: Diese leitete er als Chefarzt bis zum Jahre 2002. Er baute die Klinik während dieser Zeit kontinuierlich aus, führte früh neue kardiologische Untersuchungs- und Behandlungsverfahren wie die Herzkatheterdiagnostik und Koronarinterventionen ein, baute einen rhythmologischen und angiologischen Schwerpunkt auf und war stets an innovativen Verfahren interessiert und setzte diese ein.

Prof. Lang war zugleich Leitender Konsiliararzt an der Klinik Fränkische Schweiz in Ebermannstadt und Vorstand des von ihm gegründeten Carl-Korth-Institut Erlangen, das über verschiedene Forschungsabteilungen verfügt. Neben diesen Tätigkeiten arbeitete er in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien mit:  in der Expertenkommission zum „1.Altenbericht der Bundesregierung“, im wissenschaftlichen Beirat der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Geriatrie und im „Forum Prävention“ des  Bundesgesundheitsministeriums als Experte für Prävention des Alterns. Vom Kuratorium Deutsche Altershilfe wurde er 1981 als Kuratoriumsmitglied berufen.

Prof. Erich Lang war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie und Ehrenmitglied. Außerdem war er Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie/Herz- und Kreislaufforschung, der  Österreichischen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie, der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, der Schweizerischen Gesellschaft für Gerontologie, der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin, der Association of Psychogeriatrics sowie Mitglied in anderen wissenschaftlichen Gesellschaften und Verbänden. Er verfasste über 500 Publikationen in kardiologischen, gerontologischen, präventiv- und sportmedizinischen sowie anderen medizinischen Zeitschriften wie auch in Berichten wissenschaftlicher Gesellschaften, Lehr- und Handbücher sowie zahlreiche Monographien und war Herausgeber der Zeitschrift European Journal of Geriatrics, Mitherausgeber von Geriatrie Journal und Herzmedizin sowie Mitglied im Editorial Board weiterer medizinischer Zeitschriften.

Daneben war er seit 1968 ein gesuchter Referent bei regionalen und überregionalen ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen von ärztlichen Verbänden und Gesellschaften sowie zahlreichen internationalen Fortbildungskongressen und Symposien und wirkte bei Fortbildungsveranstaltungen der Bundesärztekammer mit. Er selbst hat eine große Zahl von Symposien veranstaltet. Ein besonderer Schwerpunkt waren die seit 1979 jährlich durchgeführten und weithin anerkannten „Bischofsgrüner Kardiologischen Gespräche“, mit einer intensiven Umsetzung von aktuellen wissenschaftlichen und klinischen Erkenntnissen in der Kardiologie. 2004 erhielt er hierfür die Ernst-von-Bergmann-Plakette durch den Vorstand der Bundesärztekammer.

Herr Professor Lang hat seine Mitarbeiter gefördert und sie mit seinem Schwung, Ideenreichtum und Aufgeschlossenheit für neue Projekte motiviert und begeistert. Er hat wichtige Impulse gesetzt für die Entwicklung der Geriatrie im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus.

Wir werden Herrn Prof. Lang ein ehrendes Andenken bewahren.

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