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  Die vier Sektionen der DGGG
   
 
 
Sektionen

Sektionen

Die Gesellschaft gliedert sich in vier Fachbereiche, genannt Sektionen:

  Sektion I Experimentelle Gerontologie
  Sektion II Geriatrische Medizin
  Sektion III Sozial- und verhaltenswissenschaftliche Gerontologie
  Sektion IV Soziale Gerontologie und Altenarbeit

Die Sektionen regeln ihre spezifischen Angelegenheiten selbständig. Jede Sektion hat einen Vorsitzenden und mindestens einen Stellvertreter.


Sektion I: Experimentelle Gerontologie

Die Mitglieder der Sektion befassen sich mit Grundvorgängen des biologischen Alterns in theoretischer und experimenteller Hinsicht. Die Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Fachgebieten in der klinischen Medizin, der klinischen Chemie, Biochemie, Physiologie, Anatomie, Biologie, Biophysik, Immunologie, Molekularbiologie, Genetik u.a.

Im theoretischen Bereich werden z.B. mathematische Modelle zum Vitalitätskonzept des Alterns erstellt, wobei davon ausgegangen wird, dass das Altern eines Organismus aus der dynamischen Wechselwirkung zwischen systemstabilisierenden und systemlabilisierenden Prozessen resultiert.

Die experimentellen Untersuchungen beziehen sich auf folgende Gebiete:

  • Longitudinalstudien zum Alternsablauf und der Einflüsse auf Altern beim Menschen
  • Kohorten- und Querschnittsuntersuchungen zur Messung des Alternsprozess an Tieren
  • Untersuchungen von Alternsvorgängen bei Zell- und Gewebekulturen tierischer und menschlicher Herkunft in vitro. Hierbei stehen Studien über den Einfluß von Wachstumsfaktoren, Hormonen, Ernährungsfaktoren, Oxidantien, Antioxidantien u.a. im Vordergrund. Auch Einflüsse von Krankheiten und von genetischen Faktoren auf die Zellalterung werden in vitro untersucht.
  • Molekularbiologische und molekulargenetische Untersuchungen über alternsabhängige oder alternssteuernde Prozesse der DNA-Replikation, RNA-Transkription (und -Reifung), des Kernzytoplasma-Transports von mRNA, des Hormonsignaltransfers u.a. in tierischen und menschlichen Zellen. 
Die Alternsbiologie als Grundlagenforschung liefert entscheidende Beiträge zum Verständnis von Mechanismen des Wachstums und der Alterung von Zellen, Geweben, Organen und Organismen. Dieses Verständnis ist Voraussetzung, um wissenschaftlich fundierte Ansätze zur Prävention oder Therapie von Alternsprozessen und Alterskrankheiten zu schaffen. 

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Sektion II: Geriatrische Medizin

Die Sektion Geriatrische Medizin befaßt sich mit den medizinisch-klinischen Fragen und Problemen älterer Menschen im Rahmen einer ganzheitlichen Betreuung. Die medizinisch-therapeutische Versorgung, Fragen der Aus-, Fort- und Weiterbildung und anwendungsbezogene Forschungsthemen stehen im Vordergrund.

Vordringlich sind Weiterentwicklung und praktische Umsetzung neuer Behandlungskonzepte, die den engen Wechselwirkungen zwischen somatischen, psychischen und sozialen Faktoren in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation im stationären, teilstationären und ambulanten Bereich der Versorgung älterer Menschen Rechnung tragen. 

In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen medizinischen und nicht-medizinischen Fachgebieten bemüht sich die Sektion, Standards in Diagnostik und Therapie zu entwickeln und deren breite Anwendung durchzusetzen.<

In der Forschung sind Fragestellungen aus Epidemiologie, der Versorgungsforschung, der Rehabilitation und der Pharmakotherapie vordringlich.

Aufgabe der Sektion Geriatrische Medizin ist es, wissenschaftliche Ergebnisse kritisch zu diskutieren, zu bewerten und auf Tagungen und durch Veröffentlichungen der Allgemeinheit verständlich zu unterbreiten.

Intensiv arbeitet die Sektion Geriatrische Medizin darauf hin, Geriatrie/Gerontologie als Pflichtlehrfächer an Universitäten zu etablieren. Hierzu sind durch Einrichtung von Lehrstühlen für Geriatrie institutionelle und personelle Voraussetzung zu schaffen.

Diese Aufgaben können nur gelöst werden

  • in enger Zusammenarbeit mit den anderen Sektionen der DGGG 
  • in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie 
  • in Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften. 

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Aus den Sektionen:
Argumente für eine verbesserte und inhaltlich angemessene Berücksichtigung des Faches Geriatrie in der Novellierung der Musterweiterbildungsordnung für Ärzte (2003) von Dr. med. Rainer Neubart

Sektion III: Sozial- und verhaltenswissenschaftliche Gerontologie

Ein Forschungsschwerpunkt der Sektion liegt in der Analyse der vielfältigen Alternsformen und ihrer Einflußfaktoren, wobei sich diese Aufgabe am besten in interdisziplinären Projekten verwirklichen läßt. Ein weiterer Schwerpunkt sind Untersuchungen zur Kontinuität und Diskon- tinuität des Verhaltens und Erlebens sowie der Fähigkeiten und Funktionen im Lebenslauf. Alter wird als Teil einer lebenslangen Entwicklung verstanden, wobei Person- und Kontextfaktoren, die Kontinuität oder Veränderung fördern, bestimmt werden.

Unter den Personenmerkmalen sind unter anderem Lebensstile und Erfahrungen im Lebenslauf, unter den Kontextmerkmalen die räumliche und soziale Umwelt, materielle Ressourcen sowie das gesellschaftliche Altersbild zu nennen. Da der Altersprozeß von historischen und kulturellen Faktoren beeinflußt ist, kann auf Beiträge aus jenen Disziplinen, die sich mit historischen und kulturellen Fragestellungen beschäftigen, nicht verzichtet werden. Einen weiteren Forschungsschwerpunkt bildet die Analyse der Stärken und Risiken des Alters. Diese werden sowohl auf Person- als auch Gesellschaftsebene untersucht. Dabei wird deutlich, daß die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten im Alter von der Gesellschaft heute noch nicht ausreichend erkannt und genutzt werden.

Die Sektion legt auf Kooperation zwischen Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen - und damit auf interdisziplinäre Forschung - großen Wert und strebt den Transfer zwischen wissenschaftlichen und anwendungsbezogenen Fragestellungen an.

Die Sektion III umfaßt derzeit ca. 220 Mitglieder, hauptsächlich Psychologen und Soziologen. Eine Zielsetzung besteht darin, auch Vertreter anderer Disziplinen, zum Beispiel der Betriebs- und Volkswirtschaft, Erziehungswissenschaft, Geschichte, Politik und Philosophie für die aktive Mitarbeit zu gewinnen. 

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Sektion IV: Soziale Gerontologie und Altenarbeit

Forum: Die Sektion IV will ein lebendiges Forum sein für Kolleginnen und Kollegen, die in Wissenschaft und qualifizierter Praxis tätig sind. Zentrales Anliegen ist die Weiterentwicklung von Theorie und Praxis der Arbeit mit Älteren und sozialgerontologisch fundierter Alterpolitik. Das Spezifikum der Sektion IV stellt das Zusammenwirken unterschiedlichster Disziplinen und Berufsgruppen dar. Die Sektion IV verfolgt und fördert Lehre, Forschung und Entwicklung insbesondere durch die Vielfalt der wissenschaftlichen und handlungsorientierten Perspektiven, die seine Mitglieder in den Diskurs einbringen und die in Arbeits- und Tagungszusammenhängen kommuniziert werden.

Inhaltliche Schwerpunkte der Arbeit der Sektion IV umfassen Soziale Gerontologie, wissenschaftliche Alterssozialpolitik, Versorgungs- und Praxisforschung sowie Fragen der Bildung, des Empowerments und der zivilgesellschaftlichen Entwicklung.

Einladung zur intensiven Kooperation: Die Interdisziplinarität der Sektion IV und ihre Diskussionskultur sind unabdingbare Voraussetzung, um den vielfältigen Themen- und Handlungsspektren in den Schnittflächen von Forschung und Praxis angemessen gerecht werden zu können. Es ist ein Anliegen der Sektion IV, Mitgliedschaft und aktive Mitarbeit aller Berufsgruppen zu fördern, die mit älteren Menschen arbeiten. Dies schließt auch nicht-akademische Berufsgruppen und Einzelpersonen ein.

Die Organisation eines beständigen Austausches zwischen Praxis und Theorie gehört zu ihren wichtigsten Aufgaben. Dieser Austausch geschieht – neben den jährlich stattfindenden Kongressen der Sektion IV oder der Gesamtgesellschaft – vor allem durch

  • kontinuierlich wirkende Arbeitskreise
    (z. Zt. u. a. "Pflege und Soziale Teilhabe" und "Geragogik" ),
  • thematisch spezialisierte Arbeitstagungen:
    Dresden 2009: „Neue Bildung braucht das Alter. Wenn Fachkräfte, Belegschaften und Adressaten älter werden“
    Hannover 2007: „Altern in der Kommune-Strategien, Vernetzung, Kooperation und Ressourcen“
    Mannheim 2005: „Generationen in Familie und Gesellschaft in einem zusammenwachsenden Europa“;
    Frühere Tagungen widmeten sich u.a. sozialrechtlichen Entwicklungen("Sozialrechtstag"), der "Selbsthilfe und Engagement im nachberuflichen Leben" und "Bausteinen zur weiteren Profilierung der Sozialen Arbeit mit alten Menschen";
  • eigene Publikationen: Zank, S. & Hedtke-Becker, A. (Hg.). (2008). Generationen in Familie und Gesellschaft im demografischen Wandel. Stgt; Klie, T., Buhl, A., Entzian, H., Hedtke-Becker, A. & Wallraven-Dreisow, H. (Hg.). (2005). Die Zukunft der gesundheitlichen, sozialen und pflegerischen Versorgung älterer Menschen. Ffm; bzw. Publikationen aus dem Kontext des AK Geragogik (Bubolz-Lutz, E., Gösgen, E., Kricheldorff, C. und Schramek, R. (2010). Geragogik. Bildung und Lernen im Prozess des Alterns. Das Lehrbuch. Stgt).
  • auf wissenschaftlicher Grundlage argumentierende Stellungnahmen, etwa zu aktuellen Tendenzen im Kontext von „Deregulierung oder anarchischer Prozess?“ oder zum Reformbedarf und Entwicklungsperspektiven im Kontext des SGB XI. Für Stellungnahmen wurde u. a. mit Institutionen wie der Bundeskonferenz zur Qualitätssicherung im Gesundheits- und Pflegewesen e. V. zusammengearbeitet.

Selbstverständnis und zentrale Leitideen: Die Sektion IV ist kein Berufsverband und kein Träger von Altenarbeit. Ihre engagierte Distanz und ihr Nichteingebundensein in Interessengeflechte ermöglichen es, gerade auch zur Profilierung von Berufen in Altenarbeit und -pflege Impulse zu setzen, die sich von interessengeleiteten Expertisen unterscheiden. So haben das Positionspapier "Professionelle Pflege alter Menschen" (ZGG 28: 300-305) und das Themenheft der ZGG "Soziale Arbeit mit alten Menschen - Bilanz, Krise und Perspektiven" (ZGG 31: 301-347) früh den Ertrag einer Balance von Selbstreflexivität und berufsgruppenübergreifender Kommunikation demonstriert.

Kooperation mit anderen Fachbereichen der DGGG und die aktive Einbeziehung von KollegInnen anderer Fachbereiche in die wissenschaftlichen Programme der Sektion IV zählen ebenso zur Arbeitskultur wie die Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Gesellschaften, die sich vor allem in den Arbeitskreisen konkretisiert (Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, Deutsche Gesellschaft für Sozialarbeit) und die intensive Kooperation über die Grenzen der Hochschultypen hinweg. Im Kontext der Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit der DGGG intensiviert auch die Sektion IV seit einiger Zeit entsprechende Aktivitäten.

Im aktuellen Vorstand amtieren

        Foto: Vorstand 2010-2012       
        

 

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