Startseite DGGG DGGG-online.de
  Mitgliedschaft   Kontakt  Impressum   
   
  Wissenschaftliche Preise der DGGG
   
 
 
Preise

Wissenschaftliche Preise

Seit 1976 vergab die die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie alle zwei Jahre im Rahmen ihrer Kongresse den Max-Bürger-Preis .
Seit 2014 wurde die Vergabe ausgesetzt um die Biografie Max Bürger historisch wissenschaftlich untersuchen zu lassen.
Die Mitglieder entschieden auf der Mitgliederversammlung am 26. September 2014 mit deutlicher Mehrheit, der Empfehlung des Präsidiums, die Namensgebung nicht fortzuführen, zu folgen.
Der Max-Bürger-Preis wird ab 2015 umbenannt in "Großer Preis der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie".

Ebenfalls alle zwei Jahre wird seit dem Jahr 2000 der Margret- und Paul-Baltes-Preis für Nachwuchswissenschaftler/Innen vergeben.

Presseerklärung der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vom 01.10.2014

Max Bürger – Ein Leben in zwei deutschen Staaten

Die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vergab jahrzehntelang einen nach Prof. Dr. med. Max Bürger (1885-1966), dem Begründer der deutschen Altersforschung, genannten Preis. Max Bürger ist in einigen neueren Publikationen vorgeworfen worden, während des Zweiten Weltkrieges „Menschenversuche“ durchgeführt zu haben.

Das Präsidium der DGGG und der Arbeitskreis Kritische Gerontologie der DGGG haben es für notwendig gehalten, diese Vorwürfe zu überprüfen. Zu diesem Zweck hat das Präsidium der Fachgesellschaft im Februar 2013 den Historiker Prof. Dr. Wolfgang Wippermann mit der Abfassung einer Biografie beauftragt. Die DGGG dankt Prof. Wippermann für Recherche und Erstellung der ausführlichen Biografie Max Bürgers, die voraussichtlich Anfang 2015 veröffentlicht wird. Die Biografie legt dar, dass Max Bürger während der NS-Zeit selbst keine „Menschenversuche“ durchgeführt hat.

Den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie lag die Biografie ab Juli 2014 vor und konnte somit als Grundlage für einen Mitgliederentscheid auf dem 12. Kongress der DGGG 2014 vom 24. bis 27. September in Halle dienen. Zusätzlich fand auf dem Kongress am 26. September ein Diskussionsforum zur Namensgebung des Preises statt, an dem sich auf dem Podium außer Prof. Dr. Wippermann auch Prof. Dr. Micha Brumlik, Prof. Dr. Werner Vogel, Prof. Dr. Hans Werner Wahl, Prof. Dr. Susanne Zank und der Präsident der DGGG, Prof. Dr. Andreas Simm mitwirkten. Moderiert von Prof. Dr. Astrid Hedtke-Becker, der nun amtierenden Präsidentin, beteiligten sich auch zahlreiche Mitglieder der DGGG an der Diskussion.

Auf der Mitgliederversammlung empfahl das Präsidium den Mitgliedern, den Namen des Preises nicht fortzuführen, denn es ist folgendes Fazit zu ziehen:

Unbestritten sind Bürgers wissenschaftliche Verdienste für die Gerontologie. Ambivalent war sein politisches Verhalten in beiden deutschen Staaten. Von beiden politischen Systemen konnte er als Arzt und Klinikchef profitieren. Diesen Profit hatte er selbst im Wissen von den Verbrechen seiner Kollegen im NS-Regime nicht gefährden wollen. Aufgrund dieses neuen Wissensstandes kam das Präsidium zu dem Schluss, dass Max Bürger künftig nicht als das Vorbild gelten kann, das der Namengeber eines Preises sein soll.

Die Mitglieder entschieden auf der Mitgliederversammlung am Abend des 26. September 2014 mit deutlicher Mehrheit, dieser Empfehlung des Präsidiums zu folgen.

Für das Präsidium der DGGG
Prof. Dr. Andreas Simm, Universität Halle

Für den Arbeitskreis Kritische Gerontologie der DGGG
Prof. Dr. Kirsten Aner, Universität Kassel

(Download der Erklärung als PDF)


Großer Preis der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie

Vergaberichtlinien des Großen Preises der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie

Die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie schreibt zweijährlich den Großen Preis der DGGG zur Förderung und Auszeichnung herausragender WissenschaftlerInnen auf dem Gebiet der Gerontologie und Geriatrie aus.
Der Preis ist verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 € und kann unter bis zu zwei BewerberInnen aufgeteilt werden.

Sowohl Nominierungen durch andere Personen als auch Selbstbewerbungen sind möglich.

Folgende Unterlagen werden für die Bewerbung benötigt:

  • Wissenschaftlicher Lebenslauf (tabellarisch)
  • Publikationsverzeichnis
  • die wissenschaftliche Arbeit, mit der man sich bewirbt, als pdf-Datei.
  • Kurze zusätzliche Zusammenfassung der wissenschaftlichen Arbeit, mit der die Bewerbung für den Preis angestrebt wird (maximal 2 DIN A4-Seiten), gegliedert nach: Hintergrund und Stand der Forschung, Fragestellung, Methodischer Ansatz und zentrale Befunde sowie deren Bedeutung, ebenfalls als pdf.
Bei mehreren AutorInnen sollte im Begleitbrief klargestellt sein, wer welchen Anteil an der Arbeit geleistet hat, und mit Unterschrift aller AutorInnen bestätigt werden, dass alle Ko-AutorInnen mit der Bewerbung um den Preis einverstanden sind.

Die Bewerbungen sollen bis zum 31. Mai des Ausschreibungsjahres inkl. einem aktuellen, druckfähigen Passfoto (min. 300 dpi) sowie einem kurzen Abriss zu Ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit (max. 1.200 Zeichen inkl. Leerzeichen) bei der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie an die E-Mail-Adresse: gs@dggg-online.de eingereicht werden.
Über die Zuerkennung des Preises entscheidet ein Preiskollegium. Das Preiskollegium setzt sich zusammen aus dem Präsidium der Gesellschaft und bis zu drei fachlich kompetenten GutachterInnen, die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie sein sollten.
Die Preisverleihung erfolgt anlässlich des im zweijährigen Turnus stattfindenden Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie, aktuell im September 2016 in Stuttgart. Die Teilnahme der ausgezeichneten Person an der Eröffnungssitzung ist erforderlich.


Margret M. Baltes 1939-1999 Margret- und Paul-Baltes-Preis für Nachwuchswissenschaftler/Innen


Zur Person Margret M. Baltes (1939 -1999)

Margret Maria Baltes studierte Psychologie an der Universität Saarbrücken. Bald nach dem Abschluß des Studiums machte sie einen für ihre Biographie entscheidenden Schritt: Sie wechselte Land und Kontinent und nahm an der West Virginia University das Studium der experimentellen Psychologie auf. Die folgenden Jahre verbrachte sie an der Pennsylvania State University, zunächst als Assistant Professor, dann als Associate Professor.

Im Jahr 1980 ging Margret Baltes nach Berlin. Unter ihrer Leitung wurde im Rahmen der Abteilung für Gerontopsychiatrie der Freien Universität Berlin die zunächst kleine, dann aber rasch wachsende "Forschungsgruppe Psychologische Gerontologie" aufgebaut. Seit 1984 war Margret Baltes Professorin für Psychologische Gerontologie am Institut für Psychologie der Freien Universität Berlin und zugleich Honorarprofessorin für Psychologie an der Universität Trier.

Margret Baltes hat durch ihre Forschungsarbeiten die Gerontologie in mehrfacher Hinsicht nachhaltig bereichert. Zu nennen sind an erster Stelle ihre seit etwa Mitte der 70er Jahre vorgelegten lerntheoretisch inspirierten Arbeiten zur Entstehung, Aufrechterhaltung und Modifikation von unselbständigem Verhalten alter Menschen und der empirischen Herausarbeitung der Schlüsselrolle, die dabei der sozialen Umwelt zukommt. Das von ihr identifizierte "Unselbständigkeits-Unterstützungsmuster" der sozialen Umwelt im Umgang mit alten Menschen zählt heute zu den klassischen Ergebnissen der psychologischen Gerontologie überhaupt.

Diese Arbeiten förderten die für die heutige Gerontologie so wichtige Sichtweise, Altern weniger als unbeeinflußbaren Verlust, sondern auch als durch soziale, räumliche und gesellschaftliche Bedingungen mitgesteuert und damit als gestaltbar zu betrachten. Die in den Arbeiten von Margret Baltes nachgewiesene hohe Plastizität des Verhaltens im Alter mündete in konkrete Trainingsprogramme zur Verbesserung der Kompetenzen von Professionellen in der Pflege und damit zur Förderung von Selbständigkeit im Alter.

Ergebnis ihrer Forschungsarbeiten zum Gebiet der Alltagskompetenz im Alter war ein interdisziplinär angelegtes Modell zur Alltagskompetenz, in dem eine Unterscheidung zwischen basalen Fertigkeiten und interessengeleiteten, stärker optionalen "erweiterten" Alltagskompetenzen getroffen und Prädiktoren für interindividuelle Unterschiede in der Alltagskompetenz identifiziert wurden. Ein weiteres großes Forschungsgebiet von Margret Baltes stellte die Frage der kognitiven Plastizität im Alter dar, und zwar unter besonderer Berücksichtigung dementieller Prozesse im Alter. Mit Hilfe des "Grenztestens" (testing-the-limits) lieferte sie diagnostische Beiträge zur Früherkennung von Demenz und zeigte damit die Bedeutung psychologischer Methoden für die Demenzforschung auf.

Das theoretische Modell der selektiven Optimierung mit Kompensation wurde von Margret und Paul Baltes etwa ab Ende der 80er Jahre entwickelt, um den häufig nur schlagwortartig verwendeten Begriff des "erfolgreichen Alterns" genauer zu fassen und der empirischen Forschung zugänglich zu machen. Angesichts begrenzter Ressourcen Handlungsziele auszuwählen (Selektion), Fähigkeiten und Kompetenzen zu erwerben, um diese Ziele zu erreichen (Optimierung) und verlorengegangene Kompetenzen zu ersetzen (Kompensation) - all dies sind Entwicklungsprozesse, die gerade im Verlauf des Alterns von größter Bedeutung sind.

Margret Baltes nahm aktiv am gesellschaftlichen Diskurs zum Thema Alter und Altern teil. In engagierten und dezidierten Stellungnahmen hat sie für die in einer politischen Perspektive wichtige Sichtweise der "Produktivität eines neuen Alters" plädiert und dabei auch die Defizite einer zu einseitig männlichen Ausrichtung der gesellschaftpolitischen Diskussion angeprangert. Margret Baltes war Mitglied in zahlreichen Komitees und Organisationen. Von 1986 bis 1988 leitete sie den Fachbereich für sozial- und verhaltenswissenschaftliche Gerontologie der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie. Sie gehörte zum Beirat einer Reihe von Fachzeitschriften, sie vertrat die Gerontologie in den Beiräten von Stiftungen und war Mitglied in hochrangigen Kommissionen, zuletzt in der Sachverständigenkommission zur Erstellung des dritten Altenberichts der Bundesregierung sowie in der Kommission der Europäischen Gemeinschaft zur Ausgestaltung der gerontologiebezogenen Forschungsprioritäten innerhalb des jüngsten Rahmenprogramms der europäischen Forschungsförderung.

Margret Baltes war eine außerordentlich produktive Forscherin, die in Kooperation mit vielen Kolleginnen und Kollegen zahlreiche und umfangreiche Drittmittelprojekte einwarb und durchführte. Sie veröffentlichte sieben Bücher und mehr als 100 Buchkapitel und Zeitschriftenartikel, die zu einem großen Teil in den besten internationalen gerontologischen Fachzeitschriften mit "peer review" System erschienen. Margret Baltes war aber auch eine bei Studierenden sehr beliebte akademische Lehrerin. Die Verleihung des "Distinguished Mentorship Award" der Gerontological Society of America im Jahre 1994 für ihre Leistungen in der Lehre und Ausbildung war nur eine ihrer zahlreichen Ehrungen.

Nach ihrem frühzeitigen Tod gründete ihr Mann Prof. Dr. Paul B. Baltes die Margret-Baltes- Stiftung, die den Preis finanziert. Nach dem Tod von Prof. Dr. Paul B. Baltes wurde die Stiftung umbenannt in Magret M. und Paul B. Baltes Stiftung.


Vergaberichtlinien des Margret und Paul Baltes Preis

  1. Die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vergibt, beginnend mit dem Jahr 2000, den "Margret-Baltes-Jungwissenschaftlerpreis für ver-haltens- und sozialwissenschaftliche Forschung" - jetzt „Margret & Paul-Baltes-Preis“ - an Personen, die - schon zu Beginn ihrer beruflichen Karriere - hervorra-gende Beiträge zur verhaltens- und sozialwissenschaftlichen gerontologischen Forschung geleistet haben. Der Preis ist verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 €. Zusätzlich erhält der Preisträger eine entsprechende Urkunde.

    2. Personen, die für den Preis vorgeschlagen werden, sollten ein wissenschaftliches Werk erbracht haben, das einer Habilitation oder einer fortgeschrittenen Junior-professur entspricht. Sowohl Nominierungen durch andere Personen als auch Selbstbewerbungen sind möglich. Die Promotion darf in der Regel nicht weniger als fünf Jahre und nicht länger als 10 Jahre zurückliegen (entscheidend sind das Datum der Promotionsurkunde und das Datum der Preisverleihung). Der Kreis der vorzuschlagenden Personen ist nicht auf Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie beschränkt. Nominierungen aus dem europäischen Ausland sind willkommen.


3. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Die Vergabe des Preises erfolgt auf den im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Jahreskongressen der Deutschen Ge-sellschaft für Gerontologie und Geriatrie. Die Empfängerin/der Empfänger des Preises wird eingeladen, auf dem jeweiligen Jahreskongress einen Vortrag (ca. 15 Minuten) zu halten.

4. Die Vergabekommission setzt sich zusammen aus der Präsidentin/dem Präsiden-ten der DGGG, der Vizepräsidentin/dem Vizepräsident (Past Präsident/-in), der Vi-zepräsidentin/dem Vizepräsidenten (Präsident/-in elect), der Vorsitzenden/dem Vorsitzenden der Sektion III sowie zwei Persönlichkeiten außerhalb der DGGG, welche jeweils für vier Jahre von jenen Kommissionsmitgliedern bestimmt wer-den, die dem Vorstand der DGGG angehören.

5. Vorschläge für die Preisverleihung sind jeweils bis zum 31. Mai des Vergabejahres an die Präsidentin/den Präsidenten der DGGG zu richten. Einzureichen sind in digitaler Form: ein aktueller Lebenslauf (Curriculum Vitae mit Publikationslis-te), drei aktuelle Veröffentlichungen sowie ein aussagekräftiges Nominierungs-schreiben.

 


 
           

Max-Bürger-Preis der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie

Max Bürger Foto: © Copyright by Boehringer-Ingelheim
Zur Person Max Bürgers (1885 - 1965)

In Deutschland wurde Mitte der 20er Jahre ein Wissenschaftler bekannt, der die Geschichte der Alternsforschung wesentlich prägen sollte: 1926 erschien eine Arbeit des Internisten Max Bürger, der zu jener Zeit als Oberarzt an der Medizinischen Klinik in Kiel tätig war. Der am 16. November 1885 in Hamburg geborene Wissenschaftler war bis zu diesem Zeitpunkt bereits durch verschiedene Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Stoffwechselkrankheiten hervorgetreten. In der erwähnten Publikation beschrieb er die Alternsabhängigkeit von Cholesterin (heute Cholesterol) und Stickstoff im Knorpel. Trotz dieser etwas spröde wirkenden Thematik erlangte die Arbeit historische Bedeutung, da Bürger von einer neuartigen Konzeption ausging. Seine Untersuchungen betrafen nicht nur ältere Menschen, sondern Individuen aller Altersstufen vom ersten bis zum siebenten Lebensjahrzehnt. Sie entsprachen somit der Vorstellung, daß das Altern nicht allein als ein Phänomen der höheren Lebensjahre zu betrachten sei, sondern den Menschen während seines ganzen Lebens begleite. Dieser Grundgedanke findet sich zwar in der erwähnten Arbeit noch nicht klar formuliert, wurde aber in den kommenden Jahren durch weitere Studien Bürgers fundiert....

Bürger hatte nach verschiedenen Zwischenstationen im Jahre 1937 das Direktorat der Medizinischen Universitätsklinik in Leipzig übernommen. An dieser damals größten Klinik in Deutschland setzte er seine Studien über die Alternsveränderungen des menschlichen Organismus und ihre Beziehungen zu Krankheiten systematisch fort. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß Bürger in der Zwischenzeit auch auf anderen Gebieten Bedeutendes geleistet hatte. So hatte er großen Anteil an der Entdeckung des Glukagons, eines zweiten Hormons der Bauchspeicheldrüse. Durch Einführung einer neuartigen Kreislauffunktionsprüfung war er in Beziehung zu der sich allmählich entwickelnden Sportmedizin getreten. Gemeinsam mit Ärzten aus den Niederlanden, aus England, Österreich und Frankreich hatte er 1928 an den Olympischen Spielen in Amsterdam teilgenommen, wo erstmals größere sportmedizinische Untersuchungen vorgenommen worden waren.

Die Beschäftigung mit dem Altern stand aber trotz dieses breitgefächerten Spektrums wissenschaftlicher Interessen stets im Brennpunkt seiner Arbeiten. Im Jahre 1939 gründete er gemeinsam mit dem in Halle wirkenden Physiologen Emil Abderhalden (1877 bis 1950) die "Zeitschrift für Alternsforschung", das erste Journal auf der Erde, das sich ausschließlich den Problemen des Alterns und seiner Krankheiten widmete. Damit war ein Organ geschaffen worden, das nicht nur als Sprachrohr der Leipziger Schule, sondern auch den Forschern aus dem Ausland zur Verfügung stehen sollte. Der am 1. September 1939 ausbrechende zweite Weltkrieg setzte dieser Hoffnung aber ein jähes Ende....

1947 erschien das Buch "Altern und Krankheit" von Max Bürger, das innerhalb weniger Jahre vier Auflagen erlebte und heute zu den klassischen Werken der gerontologischen Literatur gezählt wird. In diesem Buch definierte Bürger das Altern als "jede irreversible (nicht umkehrbare) Veränderung der lebenden Substanz als Funktion der Zeit" und charakterisierte den Prozeß des Alterns als "Leitmotiv in der Melodie des Lebens"....

Aus: Pickenhain, L. & Ries, W. (Hrsg.). Kleine Enzyklopädie. Das Alter. VEB, Leipzig, 1988, S. 26 - 29.



Max-Bürger-Preis der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie

Preisverleihung Preisträger
1967, Nürnberg 1. Dr. Iwan Ljubenow, Plodiv/Bulgarien
  2. Dr. Hans Leimbach, Karlsruhe-Durlach
1968, Nürnberg 1. Prof. Dr. Fritz Heim, Direktor des Pharmakologischen Instituts der Universität Erlangen-Nürnberg
  2. Prof. Dr. Günter Quadbeck, Direktor des Instituts für Pathochemie und Allgemeine Neurochemie der Universität Heidelberg
1969, Nürnberg   Prof. Dr. W. Hollmann, Direktor des Instituts für Kreislaufforschung und Sport-medizin Köln
1970, Nürnberg   PD Dr. Franz Heinrich Hertle, II. Medizinische Klinik und Poliklinik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
1971, Nürnberg   Prof. Dr. Fritz Verzár, Direktor des Instituts für experimentelle Gerontologie, Basel
1972, Nürnberg 1. PD Dr. Bernard Garnier, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, Fribourg
  2. PD Dr. Klaus Oesterreich, Psychatrische Klinik der Universität Heidelberg
1973, Nürnberg 1. Prof. Dr. U.rsula M. Lehr, Lehrstuhl für Pädagogik und Pädagogische Psychologie an der Universität Köln
  2. Prof. Dr. D. Platt, Medizinische Kliniken und Polikliniken der Universität Gießen
1974, Nürnberg 1. Dr. H. Radebold, Hildegard Bechtler, Ingeburg Pina, Psychosoziales Zentrum der Universität Ulm
  2. Prof. Dr. M. Bergener, Dr. K Behrends, R. Zimmermann, Psychatrisches Behandlungszentrum der Rheinischen Landesklinik Köln-Merheim
1975, Nürnberg 1. PD Dr. E. Lang, Chefarzt der Inneren Abteilung im Waldkrankenhaus Erlangen
  2. Dr. R. Schmitz-Scherzer, Psychologisches Institut der Universität Bonn
1976, Berlin   Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Thomae, Direktor des Psychologischen Instituts der Universität Bonn
1978, Hamburg 1. PD Dr. B. Krauss, Chefarzt der Klinik Christophsbad Göppingen
  2. Prof. Dr. J. Lindner, Pathologisches Institut der Universität Hamburg
  3. Prof. Dr. A. Ruiz-Torres, Medizinische Klinik des Klinikums Charlottenburg der Freien Universität Berlin
  4. Prof. Dr. A. V. Ungern-Sternberg, Medizinischen Klinik der Universität Mainz
1980, Berlin 1. Prof. Dr. W. E. G. Müller, Physiologisches-chemisches Institut Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
  2. Dr. Insa Fooken, Psychologisches Institut der Universität Bonn
  3. Dr. J. Bruder, Dipl.-Psych. D. Klusmann, Prof. Dr. H. Lauter, Soz. paed. grad. Inge Lüders, Allgemeines Krankenhaus Ochsenzoll, Hamburg
1982, Bamberg 1. Dr. K. Gofferje , Dr. O. Schnell, Carl-Korth-Institut Erlangen
  2. Prof. Dr. L. Rosenmayr, Institut für Soziologie der Universität Wien
1984, Frankfurt 1. Dr. W. Rückert, Kuratorium Deutsche Altershilfe
  2. Dr. H. Gutzmann, Freie Universität Berlin
  3. Prof. Dr. P. K. Müller et al., Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried
1986, Travemünde 1. PD Dr. Bramann, Medizinische Universitätsklinik und Poliklinik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  2. Dr. W. Wortberg, Lüdenscheid
  3. Prof. Dr. H. Radebold, Gesamthochschule Kassel, ASG
1988, Kassel   Prof. Dr. Dr. H. C. Schröder, Institut für Physiologische Chemie der Universität Mainz
1990, Lübeck 1. Prof. Dr. W. Beier, Berlin
  2. Dr. W. Saup, Universität Augsburg
1992, Berlin   PD Dr. Andreas Kruse, Institut für Gerontologie Heidelberg
1994   keine Verleihung
1996, Leipzig 1. Dr. R. Thiesemann, Dr. W. H. H. Kruse, Prof. Dr. H. P. Meier-Baumgartner, Zentrum für Geriatrie: Albertinum Haus, Hamburg
  2. Prof. Dr. H. W. Wahl, Deutsches Zentrum für Altersforschung. Heidelberg
2002, Dresden   Dr. med. Gudrun Schneider, Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie
2008, Potsdam   Prof. Dr. Gerd Naegele, Institut für Gerontologie an der Universität Dortmund
2010 Berlin  

Dr. Alessandro Cellerino, PD Dr. Matthias Platzer und Prof. Dr. Christoph Englert, Fritz Lipmann Institut (Jena)

2012, Bonn   Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer, DZA Berlin

copyright © 2016 Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V.